Hast du auch einen Sprung in der Schüssel?
Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.
Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.
Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfe dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."
Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?"
"Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Sprunges bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und
den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."
Jeder von uns hat sein ganz eigenes Charisma, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.
Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen, so wird sie/er es auch in uns sehen.
Die Heilung
Im Lande Aram, das ist dort, wo heute Syrien liegt, lebte in alter Zeit ein Feldherr, der seinem König lieb und teuer war, denn er hatte große Siege errungen, doch mit dem Mann stimmte etwas nicht. Er konnte mit anderen keinen Kontakt aufnehmen, nicht einmal mit seiner eigenen Frau. Er war aussätzig. Da hörte er von einer Sklavin, in ihrer Heimat gäbe es einen Mann, der wisse, wie man seine Krankheit heile und so zog er ein großes Gefolge zusammen, nahm 10 Talente Silber, 6000 Goldstücke, 10 Festgewänder, dazu noch ein Empfehlungsschreiben seines Königs und machte sich auf diesen Weg. Nach langem Marsch und manchem Umweg erreichte er das Haus, in dem der Heiler wohnte. Und er rief laut um Einlaß. Da stand er nun mit seinem ganzen Gefolge, mit all seinen Schätzen, hielt das Empfehlungsschreiben seines Königs in der Hand und wartete, doch niemand nahm Notiz von ihm. Er wurde schon etwas ungeduldig und nervös, da öffnete sich die Türe, ein Diener kam heraus, ging auf ihn zu und sagte: „Mein Herr lässt melden, wasche dich im Jordan, dann wirst du wieder heil.“ Da glaubte sich der Feldherr lächerlich gemacht und auf den Arm genommen. Was, sagte er, das soll ein Heiler sein?! Der hätte doch zumindest selber zu mir kommen, seinen Gott anrufen, ein langes Ritual eröffnen und jede wunde Stelle meiner Haut mit seiner Hand berühren müssen, das hätte mir vielleicht geholfen. Und jetzt soll ich nur in diesem Jordan baden?! Und wutentbrannt drehte er sich um und machte sich auf den Weg zurück.
Als er schon einen Tag lang auf dem Heimweg war, kamen abends seine Söhne und redeten ihm gütlich zu: „Lieber Vater, sagten sie, hätte dieser Heiler von dir etwas Ungewöhnliches verlangt, zum Beispiel, dass du übers Meer in ferne Länder fährst, dich fremden Göttern unterwirfst, jahrelang nur noch die eigenen Gedanken liest und dein Vermögen wäre dabei draufgegangen, du hättest es bestimmt gemacht. Doch nun hat er nur etwas ganz gewöhnliches von dir verlangt.“ Und er ließ sich überreden. Mißmutig und übel gelaunt ging er zum Jordan, wusch sich widerwillig in dem Wasser und es geschah ein Wunder.
Als er wieder nach Hause kam, hätte seine Frau sehr gern erfahren, wie es ihm ergangen war.
„Ach, sagte er, es geht mir wieder gut, ich bin geheilt, aber sonst war überhaupt nichts los.“
Zwei Indianer
Großvater und Enkel, saßen zusammen und unterhielten sich.
Der Großvater meinte: Ich habe stets das Gefühl, als würden in meinem Herzen zwei Wölfe miteinander kämpfen. Der eine dürstet nach Rache, ist zornig und wild.., der andere aber ist gütig, voller Liebe und Kraft.
Welcher der beiden Wölfe wird gewinnen ? wollte der Enkel wissen.
Der, dem ich am meisten Nahrung gebe- war die Antwort des Großvaters..